Ich liebe dich
G. Gerson
Ich liebe dich, ich liebe dich,
sprach oft mein thränend Auge,
wenn mich dein Blick
in süßer Schau'n beschlich,
doch wagt' es nie mein
Mund dir zu bekennen:
ich lieb', ich liebe dich!
Es ist geschehn;
nun weißt du alles, warum die Ruh' aus
meinem Herzen wich; dir bleibt die Wahl:
Verzeihung oder Strafe;
ich lieb', ich lieb', ich liebe dich!
O zürne nicht, o zürne nicht,
schon fleh der Seele Frieden,
mein Genius beweint,
beweint mit Zittern mich;
Verzeihung mir, verzeihung mir,
verzeihung mir.
Doch wenn du ewig zürnest,
ich lieb', ich lieb', ich liebe dich!
Vielleicht erblickt dich nie dieß Auge wieder,
dem ach! um dich so manche Thräne floß doch,
fern von dir werd' ich verlassen klagen,
ich liebe dich, ich liebe dich,
Ich liebe dich, so werd' ich ewig trauern.
und naht der Tod als Friedensbote sich,
tönt sterbend noch von meinen blaßen Lippen,
ich lieb', ich liebe dich!