Ich kenne ein Kämmerlein still

G. Gordigiani

Ich kenne ein Kämmerlein still und tief,

Wo Mancher schon schläft, wo Mancher schon schlief,

Wo Jeder noch schlafen wird ohne Traum, --

Ja, schlafen ohne Odem im engen Raum.

Da unten im Kämmerlein brennet kein Licht,

Da leuchtet nur blaß des Schläfers Gesicht,

Da schlägt keine Glocke, kein Puls, kein Herz,

Da schwärmt keine Freude, da weinet kein Schmerz.

Doch oben im Grase, da flüstert und weht

Ein Wort, das die gläubige Seele versteht,

Und auch auf dem Kreuzlein erschaut man das Wort

Und Alles umfaßt es, -- es heißet ja: "dort!"