An ein Landmädchen

G. Grossheim

Dich wiegt Natur in ihrem Schoosse,

In ihren Armen schlummerst du,

Dir haucht der West, dir haucht die Rose

Des Frühlings Balsamdüfte zu.

Sei glücklich in der Halmenhütte,

Die dir des Schicksals Milde gab;

Kein Wunsch begleite deine Tritte,

Und baue deiner Ruhe Grab.

Wo Zephyr sich mit Floren gattet,

Wo, von der Nachtigall bebaut,

Ein Ulmbaum unsre Welt beschattet,

Wird nie der Ton des Unmuths laut,

O! sieh dein Bild in dieser Quelle,

Sie lächelt ruhig wie dein Blick,

Gleich ihm, wirft jede Silberwelle

Die Bilder der Natur zurück.

Der Strom, der über Felsenstücke

Dort rasch im Wogendonner schäumt,

Belehre dich von deinem Glücke,

Wenn deine Seele Wünsche träumt.