Seelentraum
G. Haeser
Wenn aller Schmerz, wenn alle Qualen enden,
Wenn alle Angst und alle Pein vergeht,
Dann trage mich auf deinen lieben Händen
Dahin, wo ew'ger Friede uns umweht.
Dann wandeln wir zu Zwei'n durch selige Auen,
Die Lippen neigen sich zum ersten Kuß;
Dann wollen wir vereint den Frühling schauen,
Der keines Winters Nacht entfliehen muß.
Der Rose Tränen uns're Stirne netzen,
So weilen wir in stummer Einsamkeit.
So wollen wir an heiliger Ruh' uns letzen
Und denken einstiger Lieb' aus ferner Zeit.