Die Totennacht
G. Hammer
Düster ist es draußen,
bleib daheim, mein Sohn!
Hörst nicht des Sturmes Sausen,
siehst nicht, es blitzet schon!
Lass, Vater, am Grabe mich weinen,
wo Mutter im Schlafe ruht!
Es sollen zum Beten mir leuchten
die Blitze in flammender Glut.
Durch des Wetters Schrecken
wandelt der Knab' dahin,
ruhet an den Rosenhecken
betend dort auf den Knien:
O Mutter, steige, o steige vom Grabe!
O höre, o höre, es rufet dein Kind!
Es weinet am Grabe der Knabe,
d'rein heulet der stürmende Wind.
Hörst du es ächzen,
Knabe, vom Grab hervor?
Ist es der Eulen Krächzen?
War es der Geister Chor?
Kind, sage, der Vater soll eilen,
die Mutter, die harre so sehr!
Er solle nicht zaudern und weilen,
die Einsamkeit fällt mir so schwer!
Zitternd, bleich entfliehet
heimwärts vom Grabe das Kind,
Flamme auf Flamme entsprühet,
grausender heult der Wind.
Was deutet das Jammern und Klagen?
Wer weint dort am Totenschrein?
O Vater, o Vater, erwache,
o lasse dein Kind nicht allein!