Der traurige Garten
G. Hasse
Ach Gott, wie weh thut Scheiden,
Hat mir mein Herz verwundt,
So trab ich über die Heiden
Und traure zu aller Stund.
Der Stunden der sind alsoviel,
Mein Herz trägt heimlich Leiden,
Wiewol ich oft fröhlich bin.
Hätt mir ein Gärtlein bauet,
Von Veil und grünem Klee,
Ist mir zu früh erfrorn,
Thut meinem Herzen weh:
Ist mir erfrorn bei Sonnenschein,
Ein Kraut Jelängerjelieber,
Ein Blümlein Vergißnichtmein.
Das Blümlein, das ich meine,
Das ist von edler Art,
Ist aller Tugend reine:
Ihr Mündlein, das ist zart,
Ihr Äuglein die sind hübsch und fein:
Wenn ich an sie gedenke,
So wollt' ich gern bei ihr sein;
Mich dünkt in all mein Sinnen
Und wann ich bei ihr bin,
Sie sei ein Kaiserinne
Kein lieber ich nimmer gewinn;
Hat mir mein junges Herz erfreut
Wann ich an sie gedenke,
Verschwunden ist all mein Leid.