Mainacht
G. Hasse
Die Sonne ist zur Ruh gegangen,
Und schweigend beten Wald und Flur.
Erröthen färbt des Himmels Wangen;
Des Ew'gen Nähe fühlet die Natur!
Da schleicht sich leis in meine Seele
Des Überird'schen Melodie,
Und auf die Kniee sink ich nieder:
Ave Maria! Ave Marie!
Die Abendroth-durchglänzten Räume
Erzittern, wie das Herz in mir;
Ein Flüstern geht durch Flur und Bäume,
Sie fühlen mit mir: Friede sei mit dir! --
O Abendfrieden! Gottes Nähe!
Wer sie gekannt, vergißt sie nie!
Und tiefer beug' ich mich zur Erde:
Ave Maria! Ave Marie!