An Giulietta
G. Herrmann
Du bist so hold, o Schöne,
Daß selbst die Schmerzen, die ich um dich trage,
Nur in der Dichtung sanft melod'sche Klage
Sich kleiden dürfen, und in Liedestöne;
Ja, selbst die heißen Zähren,
Die ich in stillen Nächten um dich weine,
Sie müssen sich mit zauberischem Scheine
Zum Perlendiadem für dich verklären.
O nimm den Schmuck, den feuchten,
Und laß ihn ohne Bangen
Durch deiner Locken Dunkel glänzend leuchten
Und köstlich um die reine Schläfe prangen.
Das ist mir Trost der Qualen,
Wenn ich dich zieren darf mit meinem Leide,
Und wenn in dem Geschmeide
Der Welt nur höher deine Reize strahlen.