D' Marziveigerln
G. Hölzel
Der Tag war schön und gar nit kalt;
a Bauerndeandl geht in Wald.
Da gegn't ihr der Haldabua,
sagt: „Deandl, no wo gehst den zua?“
„In Wald,“ sagt's, „wal der Tag so schön,
da will i Veigerln brock'n gehn.“
„Derf i da helf'n?“ fragt der Knecht.
„Zweg'n meiner,“ sagt's, „mir is schon recht.“
Wia's gangan san so neb'nanand,
da nimmt's da Halda bei da Hand
und sagt: „Schon lang siach i di gern,
red, Dirn, willst g'schwind mei Hald'rin wern?
Du kraigst a Hütt'n und Vicher gnua,
und mi kriagst extra no dazua.“
Die Dirn tuat Aug'n niederschlag'n,
da Bua kan a ka Wörtl sag'n;
nur küsst ham's, wia's beim Liab'n schon geht,
's Küss'n is a Sprach', de Jed's versteht.
Drei Tag nach'n heilig'n Osterfest
is a der Ehrentag schon g'west,
da weist der Mann sei Weib zum Tanz,
in Haar'n an Marziveigerlkranz.
'S war'n no nit ganz zwa Jahr vorbei,
brock'n scho die Veigerln nacha drei,
und i a zwölf, a dreizehn Jahr
had's Halderln geb'n a ganze Schar.
Jetzt sitz'n d'alt'n Leutl'n z' Haus
und schick'n d'Kind'r um Veigerln aus.