Das Lied von der Lanze

G. Hölzel

Aus Wolken tritt der Mond mit mildem Glanze,

sein Licht bestrahlt der tapfern Streiter Feld.

Da tritt hervor ein jugendlicher Held

und singt dies Lied, gestützt auf seine Lanze:

„Eil' o West, zum heimatlichen Dache,

sage, o sage, dass ich dich gesandt,

dass ich fern hier für das Vaterland

und für sie, die Auserwählte, wache.“

Ihn ruft die Pflicht hin, wo im hellen Glanze

des Feindes Feuer glüht in finst'rer Nacht;

hier, wo er einsam für die Brüder wacht,

singt er sein Lied, gestützt auf seine Lanze:

„Eil' o West, zum heimatlichen Dache,

sage, o sage, dass ich dich gesandt,

dass ich fern hier für das Vaterland

und für sie, die Auserwählte, wache.“

Die Sonne schmückt den Tag mit Purpurglanze,

die Schlacht beginnt, der Jüngling kämpft voll Mut;

aus ehrenvollen Wunden strömt sein Blut,

doch singt er noch, gestützt auf seine Lanze:

„Eil' o West, zu heimatlichen Hütten,

sage, o sage, dass ich dich gesandt,

dass ich für mein teures Vaterland

und für sie, die Liebste, kühn gestritten.“