Rosentränen
G. Hölzel
Ein lieblich Kind voll heit'rem Sinn
sprang rasch durch tau'ge Beete hin,
der Rose, die im Garten blüht,
Ade zu sagen, eh' es schied.
Es freute sich der Blume hold,
die's froh und freudig finden sollt',
doch Tränen hingen schwer daran;
wie Röslein nur so weinen kann!
O weine nicht, du Blume lieb,
das Scheiden ist ja so schon trüb.
Mein Bruder pflegt dich, wenn ich geh',
du Rose mein - ade, ade!
Die Sonne strahlte hell empor,
laut sang der Vögel munt'rer Chor;
der Rose Träne heimlich fällt,
das Kind zieht jubelnd in die Welt,
ja in die Welt!