Frühlingslied

G. Jansen

Jede Blume ist ein Ton,

In dem Frühlingslied, dem holden,

Jede Blume ist ein Stern,

Uns den Frühling zu vergolden.

Jedes Rehlein, das im Wald

Sorglich durch die Zweige lauschet,

Jedes Bächlein, das im Moos

Lieblich über Kiesel rauschet;

Jede Lerche, die im Grau

Uns das Morgenroth verkündet,

Jedes Mädchen wunderhold,

Das sich Veilchenkränze windet;

Jeder Schmetterling, der leis

Aus der Blume Nektar trinket,

Jedes Abendroth, das ernst

Hinter grünem Wald versinket;

Jede weiche Maiennacht,

Wo wir lauschen mit Entzücken,

Wie der laue Tropfen fällt,

Blatt und Blüthe zu erquicken;

Jeder Demant und Rubin,

Den der Morgen wirft auf Rosen --

Alles sind nur Melodien

In dem Frühlingslied, dem großen.

Wunderherrliches Gedichte,

Wie kein schön'res je gewesen, --

Doch das Schönste bleibt ein Herz

Das darin versteht zu lesen.