Am See

G. Jenner

Durch die Bäume rinnt der Regen,

Rinnt vom dunkeln Uferrand.

Matte Lüfte kaum bewegen

Das verwelkte Schilf am Strand.

Keine Welle mag sich wühlen

Aus dem weiten stummen Grab,

Mit der Weide Haar zu spielen,

Die sich thränend beugt hinab.

Nur wenn manchmal mit Gestöhne

Rasch ein Windstoß frägt vorbei

Nach des See's verlorner Schöne,

Und der Nixe Melodei, --

Schmerzlich leis ein Zucken gehet

Dann den stillen See hinauf,

Und des Nebels Bahrtuch wehet

Ängstlich an den Bäumen auf.