Unmuth

G. Jenner

Wolken lasten trüb und schwer,

Nebel steigen aus den Föhren.

Trübe schleich' ich hin und her,

Auf des Windes Lied zu hören.

Altes Leid tritt vor mich hin,

Das ich längst begraben dachte;

Und es will mir nicht zu Sinn,

Daß das Glück mir jemals lachte.

Kommt ein Vogel da geflogen,

Singt mir zu: "Laß ab zu zagen!

Flögst, wie ich, am Himmelsbogen,

Sähest du's schon wieder tagen."

Wie er's singt, um seine Schwingen

Zittert schon ein goldner Schein,

Und die alten Götter dringen

In die Seele wieder ein.