Auf dem Altan
Meyerbeer, Giacomo
Auf den Altan komm, o geliebtes Leben!
Des Tanzes Lust betäubt mit wirrem Schweben,
mit süßem Reize lockt die stille Nacht.
Der Duft der Lilie, er schwebt, vom Tau getragen;
o fühlst du nicht an Herzens sanfter'm Schlagen:
Fern vom Geräusch ist's, wo Liebe erwacht.
O sieh den Mond am Himmel silbern glänzen,
wie ihn der Sterne Reihen rings umkränzen;
sie weben manchen wunderbaren Traum.
Und nah' dem Mond, siehst jenen Stern du schweben?
Er folgt ihm nach mit bleichem Liebesbeben,
er folgt ihm treu durch des Himmels Raum.
So muss dir wahr das schöne Wunder werden:
Die Liebe zeigt im Himmel und auf Erden
ein Herz, das bebt vor hoher Schönheit Strahl.
So seh' ich dich voll Hoheit vor mir stehen,
und ob berauscht die Sinne mir vergehen,
dir folgt mein Herz in glückseliger Wahl!