Gebet des Trappisten
Meyerbeer, Giacomo
Nichtig ist des Daseins Glück,
sicher nur des Todes Loos,
jeder Tag und Augenblick
führt zu des Grabes düsterm Schoos;
Sohn des Staubs denk' an den Tod!
Ist dir gewiss das Morgenroth?
O Sohn des Staubs! Denk' an den Tod.
Alle Schätze alle Lust,
was dir beut die eitle Welt,
rührt der Tod an deine Brust
gleich wie du in Staub zerfüllt
Sohn des Staubs denk' an den Tod,
le trépas rompt les liens
qui t'attachent à ces biens.
O Sohn des Staubs! Denk' an den Tod.
Doch der Tugend reine Werke
geben Trost und leihen Stürke
ruft der Herr nach seinem Rath
einst dich ab vom Lebenspfad.
Ach so woll' auf Erden
in des Kampfs Beschwerden
nimmer müde werden.
Liebe den Herrn wache und bete;
täglich bereit zu sterben
wirst du den Himmel dir erwerben;
des Todes Graun und Schrecken
wohnt nur in Sünders Brust
den Gerechten grüsst er mild.
Liebe den Herrn wache und bete Tag und Nacht.
O Sohn des Staubs! Denk' an den Tod.