Luft von Morgen

Meyerbeer, Giacomo

Himmelsluft von Morgenlande

Die zu uns herüberweht,

Wo an düsterm Grabesrande

Mancher arme Pilger steht,

Siechthum hat ihn fast verzehret,

Sünde sein Gebein verheeret,

Ach! wehe lieblich mild und rein

Kühlung in sein Herz hinein,

Himmelsluft!

Daß der Kranke sich erhebe,

Daß er von dem Jammer frei,

Grünend stehe, wonnig lebe,

Eine Blume Gottes sei,

Fahre fort ihn anzuhauchen

Ihn in Balsam einzutauchen,

Ach! ohne dich, o Lebensluft,

Sinkt er welkend in die Gruft,

Himmelsluft!

Himmelsluft von Morgenlande,

Ich bin auch ein krankes Herz!

Weh' an meines Grabes Rande

Mir hinweg der Sünde Schmerz.

Grünen möcht' ich noch auf Erden,

Meinem Gott zur Freude werden...

Ach! Du die Alles heilen kann,

Weh' o Himmelsluft mich an,

Himmelsluft!