Grubenfahrt

G. Nickl

Willst du Gottes Wunder schauen,

Seiner ew'gen Weisheit Spur,

Steige in der Tiefe Grauen

Ohne Furcht und Zagen nur.

Schau' die unterird'schen Dome,

Und die Pfeiler von Basalt,

Wo nicht Lichtglanz und Arome,

Nacht und Grau'n dich nur umwallt.

Mag das Herz auch anfangs pochen

Ob des Todes grauser Näh',

Kommt der Schauer auch gekrochen

Bleichend dir die Wang' zu Schnee.

Muthig nur durch Nacht und Schwaden,

Nur die Kühnheit bricht sich Bahn.

Und der Glaube ist der Faden

Der zum Ziel dich führen kann.

Zitt're nicht, wie wild und wilder

Auch das Labyrinth sich wirrt,

Und noch nie geseh'ne Bilder

Vor's erschrockne Aug' dir führt.

Laß die wilden Wasser brausen,

Und dem Schwaden seinen Zug.

Laß der Tiefe ihre Grausen

Und den Klüften ihren Trug.

Zieh' getrost nur immer weiter

Durch die Wunder dieser Nacht.

Denn es ist ja dein Geleiter

Der die Wunder hat gemacht!