Es weht durch die blühenden Bäume

G. Petzoldt

Es weht durch die blühenden Bäume

Der lachende, sonnige Tag,

Mich senkt in Frühlingsträume

Dein Herz und der Ruderschlag.

Laß ab von Steuer und Ruder,

Vertraue Dich mir, mein Kind,

Ich stehe wie Schwester und Bruder

Mit Welle, Luft und Wind.

Was blickst Du zum Himmelsbogen

Und malst ihn mit blauem Schein,

Der spiegelt sich in den Wogen

Und wirfst das Blau hinein!

Was willst Du mit Blumen sticken

Des Ufers lachendes Grün,

Daß von Deinen blauen Blicken

Vergißmeinnicht erblühn?

Sitz nieder an meiner Seite

Und sieh mir ins Aug', mein Kind,

Wir haben ja sich'res Geleite

In Welle, Luft und Wind:

Du spiegelst in meine Seele,

Lenz, Himmel und Liebesglück,

Und ich -- ich geb' ohne Hehle

Dir Alles in Liedern zurück.