Bergmannsmuth
G. Preyer
In den todesschwangern Gründen
Ist erstarkt des Bergmanns Muth,
Wo des Abgrunds Wasser münden
Und der Kluft entsteigt die Glut.
Unverzagt durch all die Schrecken
Bricht er sich die kühne Bahn,
Mag nach ihm die Flamme lecken,
Stürz' auf ihn die Flut heran.
Als des Berges Herr und Meister
Herrscht er in dem dunklen Reich,
Und es flieh'n die tük'schen sic Geister,
Klingt der Fels von seinem Streich.
Kommt er dann zum Herd auch wieder
Wo ihm blüht des Friedens Glück,
Kehrt er bald und gern doch wieder
In sein Herrscherthum zurück.
Sucht auf's Neue nach Gefahren
Ferne von dem sonn'gen Tag,
Daß die Finstern es erfahren
Was sein kühner Muth vermag.
Aber wird von wilden Stürmen
Einst das Vaterland bedroht,
Ruft's den Knappe von den Thürmen
Aus dem Schacht zum Aufgebot,
Fährt er auf gleich Ungewittern
Schnell bereit zu kühner That,
Und die Feinde mögen zittern
Wenn der Geistersieger naht.