Walderwachen

G. Rathgeber

Noch liegt der Wald im tiefen Traum,

im Grunde ruht Frieden und Schweigen;

ein Rauschen zieht von Baum zu Baum,

von Morgenduft in den Zweigen.

Da bricht von Ost ein belebender Strahl

durch die Stämme der träumenden Bäume,

verscheuchend das Dunkel mit einemmmal,

erhellend die weiten Räume.

Es regt sich und wegt sicht, es raschelt und rauscht

von der huschenden Echse im Grunde,

das scheue Reh zittert und lauscht,

erspähend die dämmernde Runde.

Die Vöglein erwachen im weiceh Nest

und heben die leichten Schwingen,

sie hüpfen munter durch Strauch und Geäst

mit Jubilieren und Singen.

Da steiget empor der Sonnenball,

und goldig erstrahlen die Gipfel,

und sieh', es erwacht mit einemmal

der Wald im Grunde und Wipfel.

Der Wald ist erwacht!

O Wunder, o Pracht!

Nun preiset den Schöpfer,

lobt seine Macht!