Die Frühlingszeit

G. Rebling

Wie schön ist doch die Frühlingszeit.

Das Herz wird wohl, das Herz wird weit,

und wonnemild durchweht die Luft

ein wundersamer Blütenduft.

O Frühlingshauch, so frisch und rein,

wie dringst du mir ins Herz hinein,

als sollt' der Lenz beginnen

da drinnen.

Der Himmel ist so hell und klar,

so blau gewölbt, so wunderbar.

Das milde Licht erweckt das Herz,

will hindern allen Gram und Schmerz.

O Sonnenschein, o Sonnenschein,

wie blickst du mir ins Herz hinein,

was bringst du doch für Grüße

so süße!

Der Wald ist herrlich anzuseh'n,

wo grün die Büsch' und Bäume steh'n,

von allen Zweigen süßer Sang

so fröhlich, wie es lang' nicht klang.

Waldvögelein, Waldvögelein,

wie singst du mir ins Herz hinein,

als sollt' mir Freude werden

auf Erden.

Die Nacht bringt selbst noch neue Pracht,

der Himmel scheint wie aufgemacht;

viel tausend gold'ne Sterne glüh'n,

um Gottes Liebe auszusprüh'n!

Ihr Sterne alle groß und klein,

wie blickt ihr mir ins Herz hinein,

als wär' mir jetzt beschieden

der Frieden!