Unverloren

G. Rebling

Ein Sommerabend einmal wieder

Wie ich ihn hab' als Kind gesehn!

Die alten, trauten Lerchenlieder,

Der Lüfte sanftes, kühles Wehn!

Und dort die lichten Wölkchen beide!

Ei! zogen nimmer sie denn fort?

Am blauen Berg dort auf der Scheide

Stehn sie noch stets am alten Ort?

Die schlanken Pappeln auch, sie wiegen

Sich lustig wie in alter Zeit,

Die Schwalben durch das Blaue fliegen,

Das Mondlicht blitzt voll Heiterkeit;

Und glühend geht die Sonne nieder,

Und schimmernd zieht wie einst der Fluß;

Das Ufergrün wie beut es wieder,

Mir seinen trauten, trauten Gruß!

Du lichter, klarer, heller Schimmer,

O hast's wie einst, mir angethan!

Ja! unverloren bleibet immer,

Was Kindsaugen leuchtend sah'n!

Was hold einst war, muß sich verklären

Viel schöner nur, zog's noch so weit,

Was hold einst war, das muß auch währen,

-- Sei nur getrost! -- in Ewigkeit!