Romanze

Spontini, Gaspare

Es blühte ein Blümchen auf einsamer Au so schön!

Das Blümchen war lieblich im perlenden Tau zu sehn,

Und weiss war die Farbe am zarten Gewand wie Schnee,

Noch tat keines Sturmes gefühllose Hand ihm weh.

Bald wälzt er sich heulend durch Saaten

Und Flur zum Hain des Blümchens,

Es stand in der grausen Natur allein.

Da schaut es so furchtlos und fromm zu ihm auf,

Es sinkt entwaffnet der Wüstling und hemmt seinen Lauf,

Es winkt ein Mächt'ger ihm Ehrfurcht, gefesselt sich fühlt der Wind,

Als Zephyr umsäuselt er liebend und kühlt das Kind

Der Unschuld, Aegide erkaufet man nicht um Gold,

Ein schützender Engel umstrahlt ihn Gesicht stets hold.