Spontini's-Lebewohl an seine Freunde in Berlin
Spontini, Gaspare
(Ankündigung)
Teures Asyl, Zeuge all' meiner Freuden,
wenn meine Leier erklang nach eig'ner Wahl,
treuer Bewahrer verschwiegener Leiden,
einmal noch klage, doch ach zum letzten Mal!
(Erklärung)
Ich scheide jetzt, die Stunde hat geschlagen,
o höret mich bevorsie entflieht!
nimmer wird der Morgen mir tagen,
wo euch mein Auge wiedersieht.
Ja, Freunde, die Hoffnung ist leider verschwunden,
kein Wiederseh'n wird uns erfreu'n,
aber, ewig wie der Trennung tiefe Wunden,
ewid wird auch meine Liebe sein.
(Betrachtung)
O Freunde weint, die ihr mein Leiden teilet,
entrissen der Heimat gleich mir,
wenn auch die Hoffnung Wunden heilet,
so scheiden doch für ewig wir!
(Geheime Beziehung auf meine Gedanken)
Leb'wohl! riefst Vater unter Tränen,
an's Herz mich drückend Du und ach!
und ich ruf' es Dir weinend nach,
denn ungestillt bleibt doch mein Sehnen,
zum letzten Mal rief unter Tränen
der Vater diese Lebewohl!