Das Herz für unser Volk

G. Stigelli

An unsrer Väter Taten

Mit Liebe sich erbau'n,

Fortpflanzen ihre Saaten,

Dem alten Grund vertraun;

In solchem Angedenken

Des Landes Heil erneu'n;

Um unsre Schmach sich kränken,

Sich unsrer Ehre freun;

Sein eignes Ich vergessen

In Aller Lust und Schmerz:

Das nennt man wohl ermessen,

Für unser Volk ein Herz.

Was unsre Väter schufen,

Zertrümmern ohne Scheu,

Um dann hervorzurufen

Das eigne Luftgebäu;

Fühllos die Männer lästern,

Die wir uns ausgewählt,

Weil sie dem Plan von gestern

Zu huldigen verfehlt;

Die alten Namen nennen

Nicht anders, als zum Scherz:

Das heißt, ich darf's bekennen,

Für unser Volk kein Herz.

Jetzt, da von neuem Lichte

Die Hoffnung sich belebt,

Und da die Volksgeschichte

Den Griffel wartend hebt:

O Fürst, für dessen Ahnen

Der Unsern Brust gepocht,

Und unter dessen Fahnen

Die Jugend Ruhm erfocht,

Jetzt, unvermittelt, neige

Du dich zu uns'rem Schmerz!

Ja, du vor Allen zeige

Für unser Volk ein Herz!