Der Herbst
G. Vierling
Der Junker Herbst im Jagdgewand,
Den blanken Eschenspeer zur Hand,
Zieht durch Gebirg und Felder:
Der Pfeil zuckt von der Senne schnell,
Bei Hussaruf und Hundsgebell
Durchkeucht der Hirsch die Wälder.
Wild durch der Eichen alten Forst
Zum adlerhohen Felsenhorst
Schwingt er behend die Glieder;
Hält Rast dann auf dem moosgen Block,
Schlingt Weinlaub in des Haar's Gelock
Und blickt ins Thal hernieder.
Und wo ins Thal sein Auge schaut:
Erglänzen Früchte sanftbethaut,
Schwillt blau am Stock die Traube;
Und wie er spricht ein einzig Wort,
Fliegt rasch das Grün der Blätter fort
Und Scharlach hängt am Laube.
Schlau lächelnd stößt er dann ins Horn
Und stürmt aufs Neu' durch Busch und Dorn
Vom felsgethürmten Gipfel --
Auf seinen Ruf dahergebraust
Kommt Sturm, der Jagdgesell, und saust
Das Laub von Zweig und Wipfel.