Gute Nacht

G. Vierling

Weiche Nebelschleier hüllen

Ein, was auf der Erde wohnt.

Hoch am Himmel geht die stillen

Bahnen hin der goldne Mond.

In der Ferne

Tauchen Sterne

Auf und halten treue Wacht.

Gute Nacht!

Leise Schlummerlieder singet

Noch das Meer im Abendwind.

Und ins warme Bettchen bringet

Jede Mutter nun ihr Kind;

Wohl geborgen,

Frei von Sorgen,

Schlummerts ein, sein Engel wacht.

Gute Nacht!

Süßer Friede! Wollest walten

Und beherrschen jedes Herz.

Und in freundlichen Gestalten

Schwebet, Träume, erdenwärts,

Bis die Sonne

Voller Wonne

Uns am Morgen wieder lacht.

Gute Nacht!

Alle, die mit bangem Zagen

Stund' um Stunde hingezählt,

Die des Tages Last getragen,

Die mit Schmerzen sich gequält,

All' ihr Müden

Ruht in Frieden,

Einer ist, der für euch wacht.

Gute Nacht!

Daß ein sanfter Schlummer stärke

Alle, die zur Ruhe gehn,

Um zu neuem Tagewerke

Neu gekräftigt aufzustehn,

Muth zum Leben,

Kraft zum Streben,

Werde Jedem dargebracht.

Gute Nacht!