Zum Lobe der Musik

G. Voigtländer

Als Orpheus schlug sein Instrument,

Und sang darein so süße,

Da bewegt er alle Tier behend,

Auch Wälder, Stein und Flüsse.

Als er von Eurydice sang,

Ganz Thracien zur Stunden

Mit seiner Harfen er bezwang,

Zu tanzen sie begunden.

Noch heute, wenn man musiuziert,

Wird manches Menschenherz gerührt.

O Musica, du edle Kunst,

Bist würdig aller Ehr und Gunst.

Ich weiß nicht zu sagen, wieviel Gut

In Musik verborgen,

Gott und Menschen sie gefallen tut,

Musik vertreibt die Sorgen.

Musik vertreibt die Traurigkeit,

Musik den Geist verneuet,

Musik macht Lust und kürzt die Zeit

Und ewig uns erfreuet.

Musik lieb ich, so lang ich leb'.

Und fröhlich meine Stimm' erheb, und sing:

O Musik, Himmelskunst,

Du bist wert alle Ehr und Gunst.