Reiterlied
G. von der Goltz
Der Reiter zieht hinaus,
hinaus in Saus und Braus,
hinaus ins Feld zur Schlacht,
des Liebchens ohngeacht.
Heraus der's besser kann,
als solch ein Reitersmann.
Treu Liebchen siecht ihn ziehn,
mit ihm die Freud' entfliehn,
sie flieht im Kämmerlein
nur für das Leben sein.
Wer ist wohl weit und breit
so treu wie solch 'ne Maid.
Der Reiter folgt der Pflicht,
so lang sein Aug' nicht bricht,
er fällt durch Feindes Hand
für Gott und Vaterland,
denkt Knaben ihr auch dran?
So stirbt ein Reitersmann.
Treu Liebchen weint hinab,
auf ihres Liebsten Grab,
der Thränen ew'ge Fluth,
bis neben ihm sie ruht:
de wird es ringsum laut,
so stirbt des Reiters Braut!