Verzweiflung
G. von Einem
Der Mond, der dort am Himmel steht,
ist bleich wie mein Gesicht
und wie mein Mund, der zitternd fleht,
daß diese Nacht zu Ende geht;
doch solche Nächte enden nicht.
Es ist die groß Einsamkeit,
die diese Nacht erfüllt,
in der das bleiche Schweigen schreit
und wilde Hoffnungslosigkeit
stumm in das tiefe Dunkel brüllt.
Und diese Nächte enden nicht
mit eines Tags Beginn.
Ihr Schatten dunkelt jedes Licht
und ihre Düsternis zerbricht
des Daseins wahrgeglaubten Sinn.