Abendröte

G. Weber

Wenn sich Abend röthet,

Lämmer heimwärts gehn,

Wenn der Schäfer flötet,

Lüft und Lieder wehn,

Da streck' ich gern die Händ' empor

In's weite, goldne Abendthor;

Und Engel schweben nieder

Mit Himmels Blumenflor,

Streu'n in bange Herzen

Manchen goldnen Schein,

Zünden heil'ge Kerzen,

Schenken Freudenwein.

Und auf zur stillen seel'gen Lust

Hebt hoffend sich und bang die Brust,

Und träumt man süsse Träume

Halb ahnend, halb bewußt. --