Das deutsche Mädchen
G. Wichtl
Was wandelt dort so fromm, so still,
So sittig, so bescheiden?
Was seh' ich so den Flitterschein
In seinem Äußern meiden?
"Das ist das teutsche Mägdelein,
Fromm, sittig, still, bescheiden."
Was blickt mich denn so offen an,
Voll Unschuld, Treu und Wahrheit?
Und wie erglüht ihr Angesicht
In himmlisch reiner Klarheit?
"Kennst du das teutsche Mägdlein nicht
Voll Unschuld, Treu und Wahrheit?"
Solch teutsches Mägdlein möcht' ich sein,
Fromm, sittig, still, bescheiden!
An Unschuld, Treu und Wahrheit sollt'
Allein mein Herz sich weiden!
Die Ihr mich so erziehen wollt,
Ich folge Euch mit Freuden.