Iris

Georg Gerson

Schön sind Rosen und Jasmin,

Wenn sie noch im Lenzen

Unberührt am Strauche blühn,

Und von Thaue glänzen:

Aber schöner noch, als die,

Blühen Iris Wangen;

Keusche Liebe färbte sie.

Selig, wem sie prangen!

Sanft und lieblich ist der West:

Thal und Aue lächelt,

Wenn er an der Flora Fest

Ihre Kinder fächelt;

Aber sanfter dünken mich

Worte meiner Schönen:

Ohr und Herz erlaben sich.

Selig wem sie tönen!

Süß ist frisch gepreßter Most

Aus den reiften Trauben;

Süß der kleinen Bienen Kost,

Die sie Blumen rauben:

Aber süßer ist der Kuß,

Den mir Iris giebet,

Den kein dritter sehen muß.

Selig, wen sie liebet.