An Aphrodite

Gerard Manley Hopkins

Golden thronend, ewige Aphrodite,

Kind des Zeus listsinnendes, zu dir fleh ich:

Nicht mit Missmuth, nicht mit Betrübnis

Bänd'ge, Herrin, den sinn mir;

Sondern komm hieher,

wenn du auch sonst wohl

jemals meiner Stimme Ruf

aus der Ferne hörend ihn vernahmst,

und kamest des Vaters goldne Wohnung verlassend,

dein Gespann anschirrend;

dich zog das schöne schnelle Sperlingspaar,

um die schwarze Erde rasch

die Schwingen regend,

vom Himmel mitten her durch den Äther,

daß sie schnell anlangten,

und du, o Sel'ge, milde lächelnd

mit dem verklärten antlitz, fragtest,

was es sei, das ich leide,

weshalb nach dir ich rufe,

und wonach zumeist mit der Liebe Wahnsinn

mir das Herz verlangt,

und um wen in Sehsucht aus

ich warf das Netz, ihr zu fangen:

"Wer ist, Sappho, der Frevler?

Wenn er dich flieht jetzt,

er soll bald dir folgen;

wies er ab die Schenkerin,

er soll schenken;

wenn er nicht dich liebt,

er soll bald dich lieben,

wehrtest du's selber!"

Komm zu mir auch jetzt

Aus den bangen sorgen mich zu lösen,

und was das Herz, das heiße,

sehnsuchtsvoll anspricht,

gieb es all, du selbst sei Streiterin für mich!