Abendlied

Gustav Adolf Merkel

Nun schlafen die Vöglein im Neste,

Nun schlummern die Blüthen am Strauch,

Und unter dem Himmel die Weste,

Horch, horch! sie ruhen nun auch.

Nur droben, da wachen die Sterne

Und singen ihr ewiges Lied,

Das, hallend aus endloser Ferne,

Leis über die Erde noch zieht.

Und der da von Anbeginn lenket

Das ganze schimmernde Heer,

Auch deiner liebend gedenket,

Du giltst ihm ja noch viel mehr.

Der segnet die Vöglein und Blüthen,

Und leitet der Winde Hauch,

Der wird auch dich wohl behüten,

So ruh' im Frieden nun auch!