Hexenlied
Gustav Blasser
Die Schwalbe fliegt,
Der Frühling siegt,
Und spendet uns Blumen zum Kranze!
Bald huschen wir
Leis' aus der Thür,
Und fliegen zum prächtigen Tanze!
Ein schwarzer Bock,
Ein Besenstock,
Die Ofengabel, der Wocken,
Reißt uns geschwind,
Wie Blitz und Wind,
Durch sausende Lüfte zum Brocken!
Um Beelzebub
Tanzt unser Trupp
Und küßt ihm die kralligen Hände!
Ein Geisterschwarm
Faßt uns beim Arm,
Und schwinget im Tanzen die Brände!
Und Beelzebub
Verheißt dem Trupp
Der Tanzenden Gaben auf Gaben:
Sie sollen schön
In Seide gehn
Und Töpfe voll Goldes sich graben!
Ein Feuerdrach'
Umflieget das Dach,
Und bringet uns Butter und Eier!
Die Nachbarn sehn
Die Funken wehn,
Und schlagen ein Kreuz vor dem Feuer!
Die Schwalbe fliegt,
Der Frühling siegt,
Und Blumen entblühn um die Wette!
Bald huschen wir
Leis' aus der Thür,
Und lassen die Männer im Bette!