O wenn ein Herz, - - -

H. Apostel

O wenn ein Herz, längst wohnend im Entwöhnen,

von aller Kunft und Zuversicht getrennt,

erwacht und plötzlich hört, wie man es nennt:

»Du Überfluß, Du Fülle alles Schönen!«

Was soll es tun? Wie sich dem Glück versöhnen,

das endlich seine Hand und Wange kennt?

Schmerz zu verschweigen war sein Element,

nun zwingt das Liebes-Staunen es, zu tönen.

Hier tönt ein Herz, das sich im Gram verschwieg,

und zweifelt, ob ihm dies zu Recht gebühre:

o reich zu sein in seiner Armut Sieg.

Wer

hat

denn Fülle? Wer verteilt das Meiste?--

Wer so verführt, daß er ganz weit verführe:

Denn auch der Leib ist leibhaft erst im Geiste.