Begegnung

H. Bellermann

Ich wandert' in der Frühlingszeit,

Fern auf den Bergen gingen

Mit Geigenspiel und Singen

Viel' lust'ge Hochzeitsleut',

Das war ein Jauchzen und Klingen!

Es blühte rings in Thal und Höh'n,

Ich konnt' vor Lust nicht weitergeh'n.

Am Dorfe dann auf grüner Au

Begannen sie den Reigen

Und durch den Schall der Geigen

Lacht' laut die junge Frau,

Ihr Stimmlein klang so eigen,

Ich wußte nicht, wie mir gescheh'n --

Da wandt' sie sich in wildem Dreh'n.

Es war mein Lieb! 's ist lange her,

Sie blickt' so ohne Scheue,

Verloren ist die Treue,

Sie kannte mich nicht mehr --

Da jauchzt' und geigt's auf's neue,

Ich aber wandt' mich fort in's Feld,

Nun wandr' ich bis an's End' der Welt!