Herbstlicht
H. Daffner
Über der schweigenden weiten Flur
ruht wie ein Schleier des Herbstes Hauch.
Totenstille! Ein Vogel nur
klagt in dem welken Holunderstrauch.
Herbstzeitnebel durchziehen die Luft,
und sie legen sich sacht, so sacht
über die Steine der Hünengruft,
über der Gräser verblühende Pracht.
Der tönende Nachtwind singt ein Lied.
Ein trauriges Lied! Ich kann es verstehen:
von Sommerblumen, die längst verblüht,
vom Scheiden und Nimmerwiedersehen.