Regen
H. Daffner
Ein Regentag! Es rieseln graue Tropfen.
Ich hör sie leise an die Fenster klopfen.
Wie Tränen hängen sie an allen Bäumen,
still klingt ihr Flüstern in mein müdes Träumen.
Und es erblüh'n in dunklen Seelentiefen
die süssen Töne, die so lange schliefen,
die ich verloren glaubte und vergessen,
weil ich viel wilder Lieder mich vermessen.
Wo sind sie jetzt? — Ans Fenster schlagen Tropfen,
ich höre nichts als meines Herzens Klopfen
und jenen ersten Liedes leises Tönen
mit seinem grenzenlosen, tiefen Sehnen,
mit seinem unverstandenen Verlangen,
mit all dem Schmerz, der nie zur Ruh' gegangen.
Ich höre nichts als meines Herzens Klopfen;
ans Fenster schlagen müd' die Regentropfen.