Vergebliche Wünsche

H. Dorn

Ich möchte dir so gerne sagen,

wie lieb du mir im Herzen bist,

und wie ich alles will ertragen,

doch nur nicht, dass du mein vergisst.

Du stehst so hoch in meiner Liebe,

dass dich die Sprache nie erreicht;

das ist's, warum ich mich betrübe,

und meine Wang' in Sorg' erbleicht.

Ich möchte dir so gerne schauen

in deine dunkeln Augenstern'

so himmlisch hold, so voll Vertrauen.

Dir bleibe alles Böse fern.

Und deine Lippen möcht' ich küssen,

doch ferne muss ich von dir steh'n

und darf dich nur von Weitem grüßen

und nur von Weitem auf dich seh'n.

Könnt' ich an deinen Lippen hangen

und sterben Aug' in Aug' mit dir,

mir würde vor dem Tod nicht bangen;

was hab' ich außer dir noch hier?

So aber muss ich um dich klagen,

weil es mir ganz unmöglich ist,

es mit der Sprache dir zu sagen,

wie lieb du mir im Herzen bist.