Ballade vom Soldaten

H. Eisler

Das Schießgewehr schießt

und das Spießmesser spießt

und das Wasser frißt auf, die drin waten.

Was könnt ihr gegen Eis?

Bleibt weg, 's ist nicht weis'!

sagte das Weib zum Soldaten.

Doch der Soldat mit dem Kugel im Lauf,

der hörte die Trommel und lachte darauf,

marschieren, marschieren kann nimmermehr schaden!

Hinab nach dem Süden, nach dem Norden hinauf,

und das Messer fängt er mit den Händen auf.

Sagten zum Weib die Soldaten.

Ach bitter bereut,

wer des Weisen Rat scheut

und vom Alter sich nicht läßt beraten!

Ach, zu hoch nicht hinaus, es geht übel aus!

sagte das Weib zum Soldaten.

Doch der Soldat mit dem Messer im Gurt

lacht ihr kalt ins Gesicht und ging über die Furt,

was konnte, was konnte das Wasser ihm schaden?

Wenn weiß der Mond überm Wolgafluß steht,

kommen wir wieder. Nimm es auf ins Gebet!

Sagten zum Weib die Soldaten.

Ihr vergeht wie der Rauch,

und die Wärme geht auch,

und es wärmen uns nicht Eure Taten!

Ach, wie schnell geht der Rauch!

Gott behüte ihn auch!

Sagte das Weib dem Soldaten.

Und der Soldat mit dem Messer am Gurt

sank hin mit dem Speer, und mit riß ihn die Furt,

und das Wasser, das Wasser fraß auf, die drin waten.

Kühl stand der Mond überm Wolgafluß weiß,

doch der Soldat trieb hinab mit dem Eis.

Und was sagten dem Weib die Soldaten?

Er verging wie der Rauch,

und die Wärme ging auch,

und es wärmten Euch nicht seine Taten.

Ach, bitter bereut,

wer des Weisen Rat scheut!

sagte das Weib dem Soldaten.