Frühlingslied
H. Erler
O, himmlisch, himmlisch ist der Mai gekommen,
Mit Herrlichkeit und Blüthenduft,
Die Wolken scheinen silbern hergeschwommen,
Und Lenzes Jubel füllt die weiche Luft.
Und weithin schallt
In Flur und Wald:
Der Mai ist da!
Ein unbegreiflich wunderliches Sehnen
Durchzieht mit seinem Hauch die Brust,
Es lacht das Auge und es ringt mit Thränen,
Kommt über uns die holde Maienlust.
Und weithin schallt
In Flur und Wald:
Der Mai ist da!
Die süße Liebe klopft mit leisem Finger
An jedes Menschenherz, geh, sei kein Thor,
Und folge jubelnd diesem Allbezwinger,
Sie hebt dich in den schönsten Lenz empor.
Und weithin schallt
In Flur und Wald:
Der Mai ist da!