Traum der Kindheit
H. Erler
Traum der Kindheit, niemals ausgeträumter,
Niemals ausgesung'ner, schöner Traum.
Meine Lippen beben, meine Seele zittert,
Was ich denke, schreibe, weiß ich kaum.
Ist dies noch das Thal, ist's noch dasselbe
Weit gespannte blaue Himmelszelt?
Blühst du, holder Frühling, blühst du wieder,
Küssest wieder diese alte Welt?
Rauscht ihr Wälder noch mit grünem Wipfel
Ungekannte Sehnsucht in das Herz?
Steigt ihr noch, ihr dunkeln Bergesgipfel,
Dicht bewaldet, grünend himmelwärts?
Ja ich gehe wieder jene Wege,
Meiner Kindheit Pfade durch den Wald,
Goldne Lichter spielen auf dem Stege,
Führen mich mit magischer Gewalt.
Wieder hebest du auf deine Flügel
Meine Seele, hehre Phantasie,
Breitest zaubrisch über Thal und Hügel
Meiner schönen Heimath Poesie!