Bitte

H. Esser

Du hast es mir in einer schönen Stunde

Halb zugesagt;

Und war die Bitte auch zu kühn gewagt,

Im Munde

Bescheid'ner Liebe ist kein Wort verwegen;

Und wenn der Morgen noch so zeitig tagt,

Die Sonne lächelt doch dem Freund entgegen!

Um eine Locke hab' ich dich gebeten,

Kannst du dem Fleh'n

Der treu'sten Liebe grausam widersteh'n?

Die Fäden

Des Menschenlebens winden Zauberhände;

Nur wo der Liebe stille Blüthen weh'n,

Da hat des Erdgeists finst'res Reich ein Ende.

Gieb mir die Locke! auf dem treuen Herzen

Bewahr' ich sie,

Ein Talisman für Sturm und Phantasie.

Verschmerzen

Will ich die Perlen in den trüben Blicken,

Den rauhen Eingriff in die Harmonie,

Kann ich sie seh'n und an die Lippen drücken.

Es ist so schön die Menschen glücklich machen;

Du kannst es jetzt.

O, nicht den schönen Augenblick verletzt!

Es wachen

Viel gute Geister über uns're Schmerzen,

Und ob man Augen trocknet oder netzt,

Das schreiben sie in ihre klaren Herzen.