Daheim!

H. Esser

Daheim! daheim! wie schwingt das Wort

Sich von der Lippe jubelnd fort!

Denn was mir Gott an Glück beschert,

Das schlingt sich, reich an Duft und Glanz,

Ein voller, frischer Blüthenkranz

Daheim um meinen Herd.

Daheim! daheim! nach Müh und Last

O wie so lockend winkt die Rast,

Wenn ich am Abend heimgekehrt,

Mir Gruß um Gruß entgegenklingt,

Und Weib und Kind mich froh umringt

Daheim an meinem Herd.

Daheim! daheim! der Welt Gebraus

Umrauscht von fern mein stilles Haus;

Vergessen ist, was mich beschwert,

Vergeben ist, was mich gekränkt,

In Frieden ruht mein Herz versenkt

Daheim an meinem Herd.

Daheim! daheim! die Treue wacht

An meiner Schwelle Tag und Nacht,

Die streng den Eingang Allem wehrt,

Was nicht geziemt dem deutschen Mann

Und nicht vor Gott bestehen kann

Daheim an meinem Herd.

Daheim! daheim! doch wer mir schmückt

Den Herd, dem sei die Hand gedrückt;

Die kleinste Gabe gilt mir werth,

Ein Bild, ein Liedchen freudenklar,

Ein Märchen für die muntre Schaar

Daheim an meinem Herd.

Daheim! daheim! und soll es sein,

Und bricht der Feind ins Land herein,

Dann flammt mein Herz, dann sehnt mein Schwert

Sich nach des freien Mannes Hand,

Und zornig reiß' ich's von der Wand

Daheim an meinem Herd.

Daheim! daheim! wenn Lied um Lied

Verklingt und Bild um Bild entflieht,

Nach oben ist mein Blick gekehrt,

Wo mich die neue Heimath grüßt,

Wenn brechend sich mein Auge schließt

Daheim an meinem Herd.