Der Lenz meine Lust
H. Esser
Wie freut mich doch die Frühlingszeit,
wo's eitel weiße Blüten schneit,
wo helle Lieder klingen;
da treibt es mich durch Feld und Wald,
und wenn es duftet, schallt und hallt,
da muss ich auch ein's singen!
Der Lenz ist meine höchste Lust,
ihn trag' ich treu in meiner Brust
durch Sturm und Schnee und Frieren.
Auch er ist wie mein Sinn so treu,
erscheint nach jedem Winter neu
mit immergrünen Zieren.
Und zieht er her mit frohem Lauf,
so geh'n im Gras die Blumen auf
und Wonn' und Menschenherzen;
d'rum, kommt der Lenz ins Land herein,
so muss ich froh und fröhlich sein
und singen, jubeln, scherzen.