Des Jägers Heimkehr

H. Esser

"Mein Liebster ist ein Jäger,

Trägt einen grünen Hut,

Den hab' ich ihm gegeben;

Wie stolz er darin thut!

"Doch wenn er Abends bei mir,

Wie ist er sanft und mild! -

Ach, wär' er auf den Felsen

Nur nicht so kühn und wild!

"Ich geh' auch alle Morgen

Zum Heil'genbild hinaus,

Und weih' der Mutter Gottes

Für ihn den schönsten Strauß.

"Sie wird ihn wohl behüten,

Er ist ein frommes Blut! -

Wär' er doch erst zurücke!

Ich bin ihm gar so gut!"

So sang des Jägers Liebchen,

Da klang es in dem Wald,

Da hing an ihrem Halse

Der schmucke Jäger bald.

Was bracht' er seinem Mädchen

Wohl auf dem grünen Hut?

Drei schöne Adlerfedern

Und einen Gemsbart gut.

Was steckt' er seinem Mädchen

Wohl an die runde Brust?

Drei frische Alpenröslein,

Die blühten voller Lust.

Was hat er ihr gegeben

Auf ihren rothen Mund?

Die allerschönsten Küsse

So recht aus Herzensgrund.

Wie viel es aber waren,

Ich hab' es nicht gesehn.

Sie schlossen zu das Pförtlein,

Und ich that weiter gehn.