Gärtners Sinn
H. Esser
Nur meinen ruhigen Garten,
Und meinen friedlichen Sinn,
Die Blumen alle zu warten,
Und nirgends ein Unkraut darin;
Sie sollen sprossen und treiben,
Mein Heer und mein Volk zu bleiben,
Weil ich ihr König bin.
Als draußen ich ging auf der Erde
Geschäftig ein und aus,
Da schuf mir viele Beschwerde
Das Unkraut überaus;
Das Unkraut hat mich vertrieben
Vom Leben und vom Lieben
Herein in den Garten, mein Haus.
Und was des Himmels Geschicke
Mir draußen hat versagt,
Das sei an meinem Blicke
Euch Blumen zugesagt;
Hier sollt ihr sprossen und bleiben,
Und all euer Leben treiben,
Von Nessel und Dorn ungenagt.
O wenn die Menschen doch wüßten,
Wie Blumenstaat ist bestellt,
Wie ihn in friedlichen Lüsten
Die Liebe zusammen hält;
Daß auch so friedlich sie's trieben,
Sich wie die Blumen zu lieben,
So wär' ein Garten die Welt.